„Fußballprofi mit Christusfimmel“
„Fußballprofi mit Christusfimmel“
So titelte die Berliner TAZ nach dem Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Curacao. Gemeint war Nationalspieler Felix Nmecha. Der hatte eins von am Ende sieben Toren geschossen. Darum ging es der Zeitung aber nicht. Sie forderte vielmehr: „Platzverweis für Jesus“.
Also, Jesus hat ja nicht mitgespielt. Oder irgendwie doch? Felix Nmecha meinte dazu nur: „Ich bin ein Christ, der Fußball spielt“. Also stand nicht Jesus selbst auf dem Spielfeld, sondern ein Spieler, der an Jesus glaubt, weil er Christ ist. Ein großartiges Zeugnis, das wohl mehr mediale Breitenwirkung erzielt hat als der letzte Kirchentag…
Er und Jonathan Tah haben nach dem Match ganz spontan mit Spielern der gegnerischen Mannschaft einen Kreis gebildet und… gebetet.
Das ist doch nicht zu fassen. So was gibt´s doch nicht. So was darf es doch nicht geben.
Ein ARD-Reporter stellte Nmecha im Interview dann auch zur Rede. Und der antwortet mit einem tiefenentspannten Lächeln: „Wir sind im Spiel Gegner. Nach dem Spiel sind wir alle Christen und wir sind Brüder und dann haben wir einfach ein kleines Gebet zusammen gemacht“.
Selbst Antonio Rüdiger, der seinen muslimischen Glauben immer wieder auf dem Platz zum Ausdruck bringt, zollt den beiden Spielern seinen Respekt.
Was für die einen ein Skandal ist, ist für viele andere ein Grund zur Freude. Gewiss, die einen haben verloren und die anderen haben gewonnen. Im Spiel sind sie gegeneinander angetreten. Das ist wahr. Aber nach dem Spiel waren sie eine einzige Mannschaft.
Denn eines war doch allen klar: Es gibt weit Wichtigeres und viel Schöneres als das Runde in das Eckige zu platzieren. Das ist für Spieler und Fans sicher die schönste Nebensache der Welt. Aber nach dem Spiel ging es allen nur um eines: “Wir haben Jesus gefeiert!“
Es geht beim Fußball ja um mehr als Tore und Siege. Erfolgstrainer Jürgen Klopp gab einmal zu: „Ich bete nie um den Sieg im Fußball, sondern um Kraft, um Besonnenheit, um die notwenige Ruhe, die Dinge richtig einzuschätzen.“Und genau dabei hilft Glauben und Beten. „Wenn ich im Glauben auf mich und mein Leben schaue, fühle ich mich einfach sensationell gut aufgehoben.“
Mittlerweile hat sich herumgesprochen: Felix Nmecha und Jonathan Tah haben beide einen Migrationshintergrund. Sie haben damit auch einen Hintergrund, der kein Problem damit hat, öffentlich zu seinem Glauben zu stehen.
Es handelt sich nicht um eine Provokation. Es ist keine Demonstration, sondern einfach Ausdruck spontaner Freude und Dankbarkeit.
Was die Spieler auf dem Rasen geteilt haben, war nicht der Sieg, denn eine Mannschaft hat ja verloren. Es war die Freude über das Spiel und das Talent zum Fußball, für das sie einfach danken wollten. Und zwar dem, der es ihnen geschenkt hat: Gott. Genau das bringt Nmecha zum Ausdruck, wenn er nach dem Tor zum Himmel zeigt und eine unsichtbare Krone von seinem Haupt nimmt und sie kniend auf den Fußballrasen legt.
Ich erinnere mich an Vize-Weltmeister Zé Roberto. Der hat schon vor 20 Jahren einmal öffentlich bekannt: „Gott hat mich in Brasilien aus dem Armenviertel geholt, damit ich hier von seiner Größe sprechen kann.“
Lionel Messi, gläubiger Katholik trägt auf seinem linken Oberarm ein großes Tattoo mit dem Antlitz Jesu Christi. Und Brasiliens Top-Star Neymar spielt nicht selten mit einem Stirnband mit der Aufschrift „100 Prozent Jesus“.
Eines sollte uns schon nachdenklich machen hierzulande. Es ist mittlerweile schon aufsehenerregend in unserem Land, wenn Menschen ganz selbstverständlich in aller Öffentlichkeit sich zu ihrem Glauben bekennen. Zumindest wenn es sich um Christen handelt. Woanders ist das völlig selbstverständlich.
Die gesamte Nationalmannschaft Panamas hat vor ihrem Abflug in Richtung Weltmeisterschaft einen Gottesdienst gefeiert und wurde vom Erzbischof gesegnet.
Und die US-Mannschaft hat sich natürlich gleich an den amerikanischen Leo XIV. gewandt und um seinen päpstlichen Segen gebeten.
Der verriet übrigens einem sechsjährigen Buben während seines Spanienbesuches letzte Woche „Ich war kein guter Torschütze“, darum spielte er auch in der Abwehr.
Ein schöner Gedanke von Papst Leo: „Das Leben ist kein Wettlauf, sondern ein Weg, den wir gemeinsam gehen lernen. Wer den Ball nicht abspielen kann, hat das Spiel nicht verstanden. Und wer nicht mit anderen und für andere leben kann, hat das Leben noch nicht verstanden.“
Solche Worte kann man von einem Papst erwarten. Und auch die Pfarrer sollen bitte über den Glauben reden. Dafür werden sie ja schließlich bezahlt. Aber unersetzlich ist und bleibt auch das Glaubenszeugnis der getauften und gefirmten Laien. Am Arbeitsplatz, in der Familie, im Bekanntenkreis.
Und wenn dann ein Fußballstar auf dem Rasen seinen Glauben nicht versteckt, ist das ein starkes Zeugnis. Und das erreicht viele, die wir in der Kirche nicht mehr erreichen.
So wie in einem Interview der BILD-Zeitung Joshua Kimmich. Der wurde auf sein Armband angesprochen: „Sie tragen ein Armband mit einem Kreuz. Sind Sie gläubig?“ Darauf antwortete er: „Ja, ich bin gläubig. Das Armband ist ein Geschenk von meiner Freundin.“
Wir feiern heute nicht den Fußball, auch wenn wir ab 22:00 Uhr der DFB- Mannschaft wieder die Daumen drücken. Wir feiern heute Abend vor allem Johannes den Täufer. Er hat vor 2000 Jahren auf einen hingewiesen, der nach ihm kommt und der größer ist als er. Für ihn hat er gelebt, auf ihn hat er gezeigt, für ihn hat er öffentlich Zeugnis abgelegt. Und am Ende seinen Kopf hingehalten.
Das müssen wir nicht tun, aber verstecken sollten wir unseren Glauben nicht. Warum auch! Seien wir gottfroh, dass wir nicht gottlos leben müssen.
Robert Lewandowski hat schon recht, wenn er sagt: „Ich bin katholisch und schäme mich nicht wegen Jesus.“ Stehen wir zu ihm. Denn als Christen gehören wir alle zu seiner Mannschaft. Das Motto des Fußballs trifft passgenau! „Einer für alle, alle für einen.“ Amen.
Fürbitten
Herr Jesus Christus, Du hast uns in Deine Nachfolge berufen. Wir sind eine große Familie eine weltweite Mannschaft, die Deinen Namen trägt. Dafür danken wir Dir und bitten wich:
„Ich bete nie um den Sieg im Fußball, sondern um Kraft, um Besonnenheit, um die notwenige Ruhe, die Dinge richtig einzuschätzen.“ Wir beten um die Einsicht, wofür sich zu beten wirklich lohnt.
„Gott hat mich in Brasilien aus dem Armenviertel geholt, damit ich hier von seiner Größe sprechen kann.“ Wir bitten um Dankbarkeit für all das, was wir uns nicht selbst verdanken.
„Wer den Ball nicht abspielen kann, hat das Spiel nicht verstanden.“ Wir beten für alle, die meinen alles selbst machen zu müssen oder machen zu können.
„Ich bin katholisch und schäme mich nicht wegen Jesus.“ Wir beten für alle, die sich schwertun, sich zu ihrem Glauben zu bekennen.
“Wir haben Jesus gefeiert!“ Schenke uns Freude am Glauben, deren Funke auf andere überspringt.
Um all das bitten wir Dich im Vertrauen auf die Fürbitte des Heiligen Albanus, der vor 1620 Jahren seinen Kopf hingehalten hat als Zeuge für seinen Glauben an Dich, der Du wesensgleich bist mit Gott, Deinem und unserem Vater Amen.
