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Wallfahrt



 

 

 

 











Informationen

Mit offenen Armen und einem liebevollen Blick…

heißt das „Liabe Herrgöttle“ alle willkommen, die sich auf den Weg in seine Wallfahrtskirche nach Biberbach machen.

Und auch unsere Pfarrgemeinde St. Jakobus, an einem der alt-ehrwürdigen Pilgerwege nach Santiago gelegen, freut sich auf Ihren Besuch!

Bei den Vorbereitungen Ihrer Wallfahrt sind wir gerne behilflich. Einige Angebote vorab hier in Kürze. Darüber hinaus steht Ihnen unser Pfarrbüro gerne für nähere Auskünfte zur Verfügung (Tel. 08271/2936; mail: st.jakobus.biberbach@bistum-augsburg.de). Wir sind täglich von 07:30 – 11:30 Uhr und donnerstags von 15 – 18.30 Uhr für Sie erreichbar.

Kirchenführungen:
Wallfahrtskirche „Zum Herrgöttle von Biberbach“
Schlosskapelle „St. Johannes der Täufer“ zu Markt
– in den Sommermonaten auch in Verbindung mit einer Führung durch die Fürst Fugger´schen Gärten-
Beschreibungen beider Kirchen finden Sie auf dieser Homepage.

Wallfahrtsgottesdienste und Pilgersegen
Mit Ihrer Reise-/Wallfahrergruppe können Sie gerne auch einen Wallfahrtsgottesdienst feiern und den Pilgersegen mit dem großen Kreuzpartikel empfangen.

Gastfreundliche Einkehr
Weil Leib und Seele bekanntlich zusammengehören, ist natürlich auch in Biberbach für das leibliche Wohl bestens gesorgt:
In unmittelbarer Nachbarschaft zur Wallfahrtskirche finden Sie die Gaststätte „Huckerwirt“. Die Wirtsfamilie Seiler wartet auf mit bayerisch-schwäbischen Spezialitäten, Kaffee und Kuchen, Brotzeiten und einem sommerlichen Biergarten. Mittwochs Ruhetag. (Tel. 08271/2933)

„Edith’s“
lädt in nächster Nähe zur Wallfahrtskirche ein zu Frühstück, Kaffee und Kuchen und kleinen vegetarischen Gerichten in garantiert bio-frischer Qualität. Zu finden ist das Cafe im renovierten Stadel direkt am Kirchberg. Öffnungszeiten donnerstags bis samstags von 8 – 18 Uhr, Sonntag Ruhetag. (Tel. 08271/3352).

In der Ortsmitte finden Sie den Gasthof „Magg“
mit bayerisch-schwäbischer Küche und Biergarten. Dienstags Ruhetag. (Tel. 08271/2910). Sowohl die Gaststätte „Magg“ als auch der „Huckerwirt“ bieten gemütliche Gästezimmer als Übernachtungsmöglichkeit an.

Um Reservierung wird gebeten. Buskarten auf Anfrage.

Schnell unterwegs eingekauft…
Viele Jakobspilger und Radwallfahrer versorgen sich in Biberbach. Es ist nahezu alles vorhanden in der Ortsmitte unserer Marktgemeinde: ein Metzger, eine Bäckerei mit Stehcafe, ein Dorfladen, ein Drogeriemarkt und eine Apotheke.

Arztpraxen:
Zahnarzt: Heike Nietzold, Tel. 08271/2912
Allgemeinarzt: Dr. Schneider, Tel. 08271/2081

Pilgerstempel
Alle Jakobswegpilger erhalten in der Gaststätte „Huckerwirt“ gegenüber der Wallfahrtskirche und im Pfarrbüro einen Eintrag in ihren Pilgerausweis.


Wallfahrtsgeschichte

„Liab‘s Herrgöttle von Biberbach …“

Viele von Ihnen kennen wahrscheinlich diesen Ausspruch, der weit über die Grenzen Schwabens hinaus bekannt ist. Mit dieser liebevollen Bezeichnung soll das Kreuz Jesu keinesfalls verniedlicht werden. Vielmehr ist der Ausspruch ein Ausdruck für das Vertrauen vieler Generationen in den gekreuzigten Herrn Jesus Christus. Die Wallfahrt zum „Herrgöttle von Biberbach“ hat eine lange Tradition.
Das hier verehrte spätromanische Holzkruzifix (um 1220) kam im Jahr 1525 auf wunderbare Weise nach Biberbach. Die Gespannlegende erzählt Folgendes: Ein altbayrischer katholischer Weinhändler befand sich zur Zeit des Bauernkrieges auf dem Rückweg von Württemberg. Unterwegs sah er im Staub des Straßengrabens ein sehr großes Holzkruzifix liegen, welches vermutlich von Kriegsplünderern dorthin geworfen wurde. Ohne zu zögern lud er das schwere Kreuz auf seinen Wagen, da er das Bild seines Heilands nicht so liegen sehen konnte.
Seine weitere Reise führte ihn durch Biberbach. Am dortigen steilen Kirchberg verweigerten seine Pferde ihren Dienst. Hilfsbereite Bauern aus dem Ort stellten einen Vorspann von 12 Zugtieren zur Verfügung. Trotzdem rührte sich der Wagen nicht von der Stelle. Darin erkannte man ein besonderes Zeichen Gottes. Der herbeigerufene Ortspfarrer riet dem verzweifelten Händler, das ehrwürdige Kreuzbildnis in Biberbach zu lassen. Als es schließlich abgeladen und in die Pfarrkirche in der Dorfmitte getragen worden war, waren die Pferde bereit, ohne Vorspann den steilen Berg hinauf weiter zu ziehen.
Die Geschichte vom Gespannwunder verbreitete sich rasch in der Umgebung und führte vermutlich zu einer lokalen Verehrung des Gnadenbildes in der damaligen gotischen Pfarrkirche (keine schriftlichen Überlieferungen aus dieser Zeit).

Während einer Kirchenrenovierung im Jahr 1616 wurde das Kreuz zum Schutz auf den Kirchendachboden gebracht und geriet in den Wirren des 30-jährigen Krieges zunächst in Vergessenheit.

In dieser Zeit war Ulrich Zusemschneider Pfarrer in Biberbach (ab 1621). 1632 erreichten die Schrecken des 30-jährigen Krieges auch Biberbach in vollem Ausmaß. Die Schweden wüteten schlimm im Dorf. Die Frau des Schwedenkönigs wohnte für einige Monate im Markter Fuggerschloss. Ihrem Hofprediger wird nachgesagt, er habe die Soldaten zur Verwüstung der Biberbacher Kirche angestiftet. Sie sollen das Kreuz zerschlagen und die Überreste auf ein Feld geworfen haben. Vermutlich wollte Pfarrer Ulrich Zusemschneider das Kreuz retten. Deshalb banden ihn die Soldaten an ein Pferd und schleiften ihn bis kurz vor Achsheim, wo sie ihm schließlich den Gnadenschuss gaben. Das geschah wahrscheinlich im Herbst 1633.
Nach dem Ende des Krieges erinnerte sich niemand mehr an das Kreuz. Die Menschen hatten wahrlich andere Sorgen. Dies blieb so bis zum 16.08.1654. An diesem Tag gab es einen Blitzeinschlag in den Biberbacher Kirchturm. Dabei kamen die damalige Mesnerin Ursula Bschorin und ihre Tochter Elisabeth, die zum Wetterläuten in der Kirche waren, ums Leben. Eine dritte Person wurde schwer verletzt.
Nun kam den Menschen das Gnadenbild wieder in Erinnerung. Es wurde auf dem Kirchendachboden gefunden und von einigen Männern aus dem Ort herunter gebracht. Nach gründlicher Erneuerung wurde das Kreuz im Jahr 1655 wieder zur Verehrung in der Kirche aufgestellt.

Als Pfarrer Anton Ginther 1679 nach Biberbach kam, erkannte er es als Fügung des Himmels, dass das Kreuz gerade hierher gekommen war. Wurde es bis zum Wirken Ginthers (1679 bis 1725) hauptsächlich von den Gläubigen in der Pfarrei verehrt, entwickelte sich ab dem Jahr 1681 eine blühende und stetig wachsende Wallfahrt zum „Herrgöttle von Biberbach“.
Ginther ließ zunächst in einer Seitenkapelle einen Kreuzaltar errichten und feierte am 03.05.1681 (Fest Kreuzauffindung) zum ersten Mal die Heilige Messe vor dem Gnadenbild. Dieses Datum kann man als den Beginn der Biberbacher Wallfahrt bezeichnen. Bereits ab dem Jahr 1681 berichten Mirakelbücher von Wunderheilungen vor dem Heiligen Kruzifix. Zur Ehre dieses heiligen Kreuzbildnisses wurde 1684 unter Pfarrer Ginther der Grundstein zur jetzigen Wallfahrtskirche gelegt und die Kirche erbaut.
Schon 1685 pilgerte Ginther zu Fuß nach Rom um dort die Bestätigung der Wallfahrt zu erlangen. Daraufhin wurde das „Herrgöttle von Biberbach“ seitens des Vatikan für wundertätig erklärt. Auf Vermittlung eines Kardinals erhielt Pfarrer Ginther sogar eine Audienz bei Papst Innozenz XI, dem er ein Schreiben übergab und die Geschichte des Biberbacher Kruzifixes schilderte. Dieser Begegnung ist es zu verdanken, dass sich in der Biberbacher Wallfahrtskirche die Reliquien von fünf Katakombenheiligen befinden. Pfarrer Ginther erhielt die Gebeine der heiligen Märtyrer Candida, Fortunatus, Laureatus, Ludovicus und Valentinus. Die Leiber der Heiligen Candida, des Heiligen Fortunatus und des Heiligen Laureatus wurden von den Klosterfrauen des Benediktinerstiftes Holzen gefasst und am 26./27. Juli 1687 mit großer Feierlichkeit auf die für sie errichteten Altäre gebracht.
Ein weiteres kostbares Geschenk kam der neuen Kirche zu, indem ihr vom Reichsgrafen Anton Joseph Fugger ein bisher in seiner Familie befindlicher großer Partikel des Heiligen Kreuzes des Herrn in einer prächtigen Monstranz übergeben wurde. Seit 1697 befinden sich auch die beiden anderen Katakombenheiligen, der Heilige Valentinus und der Heilige Ludovicus, in Biberbach. Am 15.09.1697 wurde die neue Wallfahrtskirche schließlich zur Ehre des Heiligen Kreuzes Jesu Christi, des Heiligen Apostel Jakobus und des Heiligen Laurentius feierlich eingeweiht. 1725 wurde die 200-Jahr-Feier noch von Anton Ginther vorbereitet. Er verstarb aber noch vorher am 8. März. Während der Festwoche im September wurden 342 heilige Messen gelesen und mehr als 23.000 Kommunionen ausgeteilt.
Die Geschichte der Wallfahrt zum „Herrgöttle von Biberbach“ setzt sich seitdem bis heute fort. Von ihrer stolzen Höhe aus blickt die Wallfahrtskirche Biberbach ins weite Land, wie damals das Kreuz unseres Herrn von Golgotha aus weit über das Land Judas schaute. Auch in einer Zeit, in der der Glaube den Menschen nicht mehr viel bedeutet, wollen wir vom Kreuz des Herrn neue Wärme und neues Leben erbitten. Der Kreuz- und Kirchberg Biberbach wird immer ein Zeichen dafür sein, dass das Kreuz, die Kirche und das Christentum nicht untergehen können. Crux stat, dum volvitur orbis: Das Kreuz, es steht, wenn auch der Erdball sinkt.