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St. Sebastian



 

 

 

 

 




Adresse:
St. Sebastian
Pfarrer- Brümmer- Straße 16
86485 Affaltern

Patrozinium: 20. Januar








Beschreibung und Geschichte

1. DIE MUTTERPFARREI SALMANNSHOFEN

Die Ursprünge der Pfarrei Affaltern liegen in ihrer Nachbarschaft, dem kleinen Weiler Salmannshofen. Pfarrer Andreas Straubner, dem als Gründer der Albanusbruderschaft eine schöne Gedenktafel im Vorzeichen der Kirche gewidmet ist, vermerkt im Urbarium der Pfarrei Salmannshofen, dass bereits 1262 dort eine Kirche errichtet wurde. Diese Jahreszahl konnte er selbst noch bis 1726 über dem Kirchenportal lesen. Patron dieser Kirche war der Heilige Johannes der Täufer. Als Zweitpatron nennt Straubner Sankt Vitus und als dritten den Heiligen Albanus. Der erste Pfarrer ist Conradus Lutz, der mitten im Kirchengang begraben lag. Er starb am 28. Mai 1264.
Im April 1753 beendete Johann Lambert Kolleffel seine Beschreibung der Grafschaft Burgau. Daraus geht hervor, dass Salmannshofen noch im Besitz des Klosters Holzen war und dasselbe auch die niedere Gerichtsbarkeit ausübte. Affaltern hingegen stand unter der Herrschaft des Domkapitels wie Kolleffel vermerkt. Bereits 1489 kam der Ort in den Besitz des Domkapitels.

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2. DIE KAPELLE SANKT SEBASTIAN

Die heutige Pfarrkirche von Affaltern ist 1697-98 nach Plänen von Valerian Brenner erbaut worden, der in unserer näheren Heimat auch die Kirchen in Biberbach und Prettelshofen und Turm, Sakristei und Chor von Achsheim erbaut hat.
In der ältesten Ehematrikel von Salmannshofen ist die Grundsteinlegung der Kapelle St. Sebastian am 16. Juli 1697 durch den Kämmerer Pfarrer Anton Ginter aus Biberbach festgehalten. Anwesend waren der Ortspfarrer (parochus loci) und Bauherr Jakob Hörmann, an den heute noch eine Gedenktafel an der Ostwand der Kirche erinnert, ebenso die Geistlichen aus den benachbarten Pfarreien. Der Eintrag lautet: „Es ist zu bemerken, dass die alte und ruinöse Kapelle S. Sebastian mit Erlaubnis der Oberen völlig abgetragen wurde und der sehr Hochwürdige Herr Anton Ginter, Kämmerer und Pfarrer in Biberbach, in Anwesenheit der benachbarten Pfarrer am 16. Juli 1697 den Grundstein für die neu zu errichtende Kapelle gesetzt hat. …Danach wurde der erste Teil (Turm und Chor) der Kirche im (am) neuen Turm am 3. Oktober 1697 vollendet“.
Offensichtlich ist das Langhaus erst in einem zweiten Bauabschnitt errichtet worden. Wie aus dem Vermerk von Pfarrer Hörmann hervorgeht, stand an derselben Stelle der heutigen Kirche ein Vorgängerbau. Dessen Existenz ist bereits für das Jahr 1617 nachgewiesen. Da im Raum Augsburg ab dem 15. Jahrhundert dem Heiligen Sebastian Kapellen geweiht sind, ist zu vermuten, dass die Affalterner Kapelle noch einen weiteren Vorgängerbau hatte.

3. DER WECHSEL DES PFARRSITZES VON SALMANNSHOFEN NACH AFFALTERN

Die Beschreibung der Pfarreien des Dekanats Westendorf, welche 1695 von Dekan Johann Sold begonnen und von Dekan Bauttenbacher 1785 weitergeführt wurde, enthält einige wichtige Details zum Wechsel der Pfarrei und des Pfarrwohnsitzes von Salmannshofen nach Affaltern. Leider ist keine exakte Jahreszahl genannt:
„Apfltrach oder Affaltern, zuvor Salmannshofen
Einst hatte die Hochw. Äbtissin des Klosters in Holzen das Patronatsrecht. Mit dem Verkauf von Wald und Gut Salmannshofen an das Hochw. Domkapitel zu Augsburg ging auch das Patronatsrecht an dasselbe über. Die Pfarrkirche S. Johannes der Täufer in Salmannshofen ist im Jahr 175? unter Dekan Waibl sel. And. völlig abgetragen worden, ebenso der Friedhof, zurück blieb an demselben Ort lediglich eine kleine Kapelle. Das neue Pfarrhaus wurde von Grund auf in Affaltern errichtet und damit zugleich der Pfarrsitz wie auch die Hauptkirche selbst, welche zuvor Filiale war, dorthin verlegt.“
In welchem Jahr wurde nun der Pfarrsitz nach Affaltern verlegt? Dekan Bauttenbacher weiß es nicht mehr genau und schreibt „175?“. Pfarrer Franz Xaver Berger, der die Gemeinde Affaltern von 1782 bis 1810 betreute, bemerkt in der von ihm zusammengestellten Namensliste der Geistlichen, dass unter Pfarrer Bernhard Klaiber „im Jahr 1758 die Pfarrei von Salmannshofen nach Affaltern übertragen wurde“. Diese Jahreszahl deckt sich auch mit dem Eintrag der ersten Taufe in St. Sebastian. Die Taufmatrikel vermerkt im Jahr 1758: „Am 29. April wurde in der Kirche St. Sebastian, jetzt Pfarrkirche, zum ersten Mal getauft: Albana, die legitime Tochter der ehrenhaften Eltern Alban Mangold sel. And. und seiner Gattin Maria. Taufzeugen waren Simon Mair und Maria Magdalena Gerstmaier aus Emersagger.“ Seitlich ist aus der Hand Pfarrer Klaibers vermerkt „Übertragung der Pfarrei“ (translatio parochiae).
Im Jahr 1758 sind zunächst fünf Taufen eingetragen worden. Die fünfte Taufe erfolgte am 20. März. Danach steht der obige Eintrag der ersten Taufe in der neuen Pfarrkirche vom 29. April. Demnach muss der Pfarrsitzwechsel zwischen dem 20. März und dem 29. April 1758 stattgefunden haben. Bereits wenige Tage später wurde in der Sitzung des Domkapitels vom 5. Mai der Verkauf des Pfarrhofs von Salmannshofen an den dortigen Müller Kaspar Bärthele bestätigt. Der Kaufpreis betrug 500 Gulden. Der Pfarrer war zu diesem Zeitpunkt also sicher schon ausgezogen.
Für die Richtigkeit der Jahreszahl 1758 spricht auch ein Eintrag in der Sterbematrikel. Nachdem mit dem Abriss der Kirche St. Johannes der Täufer auch der Friedhof in Salmannshofen aufgelassen worden war, brauchte die Pfarrgemeinde einen neuen. In Zusammenhang mit der ersten Beerdigung auf dem neuen Friedhof in Affaltern (beerdigt wurde am 19.11.1758 das Kind Josephus Zeller aus Affaltern) erwähnt die Sterbematrikel, dass der Kämmerer und Pfarrer von Biberbach Johann Joachim Keller mit Erlaubnis der Oberen am 9. Oktober 1758 den Friedhof in Affaltern gesegnet hat.
Somit kann abschließend gesagt werden, dass die berechtigten Wünsche der Affalterer Gemeinde nach einem eigenen Pfarrsitz 1758 endlich in Erfüllung gingen. Auslöser für diese Entwicklung war der Verkauf des Weilers Salmannshofen vom Kloster Holzen an das Domkapitel im Herbst 1753.

Im Jahr der Transferierung des Pfarrsitzes 1758 wurde auch der Friedhof in Affaltern eingeweiht, fand die erste Taufe in der Kirche Sankt Sebastian statt und der Pfarrer wohnte im neu errichteten Pfarrhaus. Dieses ist nach 202 Jahren 1960 abgerissen worden. Die Älteren erinnern sich noch daran. Daneben war unter Pfarrer Brümmer in den Jahren 1957/58 das jetzige Pfarrhaus erbaut worden, welches am 6. Juni 1999 – nach zweijähriger Umbauzeit unter Pfarrer Heribert Stiegler – für die Zwecke der Pfarrgemeinde Sankt Sebastian als Pfarrheim gesegnet wurde.

(Den kompletten gedruckten Artikel mit allen Anmerkungen und Abbildungen können Sie bei der Kirchenverwaltung Affaltern gegen einen Unkostenbeitrag erhalten.)

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