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Allerheiligen und unser Glaube

Allerheiligen und unser Glaube

Was glaub´ ich eigentlich? Und woran glaubst du? An Gott, den Himmel? An alle Heiligen, die im Himmel sind? An das ewige Leben, den ewigen Frieden? Daran glaube ich und Sie doch auch. Aber für viele Zeitgenossen ist und bleibt das, woran wir glauben, unglaublich. Die Frage stellt sich: Was und woran aber glauben dann die anderen?

Nehmen wir nur mal zum Beispiel Generalmajor Michael Traut. Er ist der Chef des Weltraumkommandos der Bundeswehr. Vor wenigen Tagen hat er zum Besten gegeben, was er glaubt: ja, er ist überzeugt davon, dass es ein außerirdisches Leben gibt. Dass es da draußen andere Lebensformen gibt. Ein Kontakt sei jedoch unwahrscheinlich, angesichts der enormen Größe des Universums. Eine militärische Bedrohung durch Außerirdische sieht er nicht.

Und, was sagen wir dazu? Glauben Sie auch an Außerirdische, an Aliens, an unidentifizierte Flugobjekte, kurz UFOS genannt? Oder glauben wir an so was wie Geister, Hexen und Zauberer, die gestern wieder mal zu Halloween fröhliche Urstände gefeiert haben?

Eines muss man dem Generalmajor schon lassen: Seine Glaubensüberzeugung kann er mit keinerlei Fakten unterlegen. Er glaubt also völlig faktenfrei. Und Geister, Hexen und Zauberer entstammen wohl auch eher gruselschaurigen Horrorphantasien.

Da bin ich wieder mal gottfroh, woran wir als Christen glauben. Gefällt mir besser, tut meiner Seele gut und macht mein Leben sinnvoll. Aber komischerweise sind es ja wir Christen, die oftmals belächelt werden, wegen unseres Glaubens.

Woran liegt das? Der Grund dafür liegt ganz einfach in dem naturalistischen Kurzschluss: „Was ich nicht sehe, das gibt es nicht.“ Schon der ungläubige Thomas ist ja auch erst zum Glauben gekommen, nachdem er Jesus gesehen hat. Erst sehen, dann glauben. Geht es nicht auch anders? Frei nach der Verheißung Jesu Christi: „Selig, die nicht sehen und doch glauben“?

Als Christen glauben wir an die sichtbare und die unsichtbare Welt. Wobei wir das Unsichtbare mehr lieben als das Sichtbare. Weil es unvergänglich ist. Die sichtbare Welt vergeht. Die unsichtbare dagegen nicht. Und was sehen wir schon.

Mit den Kindern der Grundschule spiele ich zu Beginn der dritten Klasse immer wieder das Spiel: „Ich seh´ was nicht, was du nicht siehst, und das gibt´s wirklich.“ Und was ist das? In HSU ist es klar: die Luft, die man sich holt. Der Strom, der aus der Steckdose kommt. Die Erdanziehung, und schon liegt am Boden, was aus der Hand gefallen ist. Aber auch im Glauben, in unserer Religion, kommt es auf das unsichtbare an, wie es eben den Keim der Ewigkeit in sich trägt: Die Kinder nennen da gleich mal Gott und den Himmel, die Engel und die Heiligen, die Seele auch und damit alle, die schon bei Gott sind. Gebete und Gedanken… All das kann man nicht sehen. Aber wenn man genauer nachdenkt, geben ich den Kindern völlig recht.

Natürlich sehen wir den Schöpfer nicht, aber die Schöpfung. Sie ist für mich ein sichtbarer Beweis, dass es da einen Schöpfer geben muss. Von nichts kommt bekanntlich nichts.

Auch die Auferstehung Jesu hat kein Mensch gesehen. Wie auch! Aber wir dürfen uns auf Augenzeugen stützen, die den Auferstandenen gesehen haben und ihm begegnet sind. Für ihren Glauben an die Auferstehung haben sie am Ende ihr Leben gegeben.

Natürlich sehen wir auch Gebete und Gedanken nicht. Aber sie verändern uns, unser Leben und durch uns dann auch die Welt.

Und auch die Seele kann man natürlich nicht sehen. Oder doch? Die Augen sind der Spiegel der Seele. Sie lassen in einem Augenblick erkennen, wie es da drinnen in der Seele ausschaut.

Auch alle Heiligen sehen wir nicht. Und doch haben sie alle auf Erden gelebt, andere haben sie erlebt. Sie konnten sie nicht mehr vergessen, weil sie sie nicht vergessen wollten. Viele vertrauen auf ihre Fürsprache. Wer etwa den Heiligen Antonius anruft, wird in aller Regel erhört und fündig.

Die Heilgen sind überzeugende Lebensbeweise für den Glauben. Sie machen sichtbar, was an sich unsichtbar ist, aber sichtbar wird in einem Leben aus dem Glauben. Das macht Heilige für uns zu echten Vorbildern im Glauben, zu Freunden fürs Leben. Darum waren Heilige auch noch nie so wertvoll wie heute. Denn was bräuchten wir heute mehr als eben dies: glaubwürdige Vorbilder. Halten wir Kontakt mit ihnen, pflegen wir die Beziehung zu ihnen. Nicht nur an Allerheiligen.

 „Sage mir, mit wem du umgehst. Und ich sage Dir, wer du bist.“ Das ist wohl wahr! Gestern war Halloween. Heute feiern wir Allerheilgen. Lieber habe ich Umgang mit allen Heiligen als mit gruseligen Gespenstern, Zauberern und Hexen. Das macht schon einen Unterschied. „Eine Gesellschaft braucht den Glauben, sonst zerbricht sie“, hat die große liberale Marion Gräfin Dönhof gewarnt.

Seien wir also dankbar für unseren Glauben. Und bleiben wir unser Glaubenszeugnis der Welt nicht schuldig. Alle Heilgen haben mit ihrem Glauben überzeugt. Ein „Vergelt´s Gott“ an Allerheilgen dafür! Amen.

 

Fürbitten an Allerheiligen

Allerheiligen blickt zurück auf das Glaubenszeugnis so vieler Christen, die vor uns gelebt haben. Und zugleich gehen uns die Augen auf für eine Zukunft, die auch uns einmal im Himmel blüht. Gott wir bitten:

In den Festen des Kirchenjahres erleben wir Hochzeiten unseres Glaubens. Hilf uns Christen, das zu feiern, was wir glauben, damit wir nicht abgelenkt werden von all dem vielen Drumherum.

„Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Lass uns darum Menschen sein, die das Unvergängliche mehr lieben als das Vergängliche.

Unser Glaube wurde uns nahegebracht von gläubigen Menschen. Zeige auch uns geeignete Mittel und Wege, wie wir andere für Dich gewinnen können.

Viele Heilige blieben standhaft im Glauben gerade auch in Zeiten der Verfolgung. Wir bitten für alle Christen, die es in unserer Zeit nicht leicht haben, zu ihrem Glauben zu stehen.

Guter Gott, kein Auge hat gesehen, kein Ohr gehört und in keines Menschen Herz ist es gedrungen, was Du denen bereitet hast, die Dich lieben. Dafür danken wir Dir schon jetzt. Amen.

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