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Energiewende an Pfingsten

Energiewende an Pfingsten

Wenn man heute Menschen zu Pfingsten fragt, dann bekommt man oft ein ahnungsloses Achselzucken zur Antwort. Reden wir darum heute mal über was ganz anderes. Reden wir über Physik. Wer in Physik aufpasst, der kann was lernen. Zugegeben: Physik ist nicht eben mein Lieblingsfach gewesen, aber etwas bleibt ja bekanntlich immer hängen…

Zum Beispiel die Erkenntnis, dass der Strom nicht aus der Steckdose kommt. Woher kommt er dann? Na klar, von einer Energiequelle. Zum Beispiel von der Sonne. Die Sonne erzeugt Solarenergie. Und Wind schafft Windkraft. Aus diesen Energiequellen lässt sich elektrischer Strom gewinnen. Jetzt braucht man noch Stromleitungen zum Endverbraucher. Dort angekommen, kann man mit elektrischem Strom alles Mögliche betreiben…

Obwohl man Strom nicht sehen kann, kann man mit dem Strom im Gefrierschrank einfrieren, am Herd kochen, Geschirr spülen, Radio hören und Fernsehen schauen. Vorausgesetzt man ist ans Stromnetz angeschlossen, es ist nicht zuviel Widerstand in der Leitung und man schaltet das Gerät auch ein. Sonst bleibt der nämlich in der Steckdose.

Alles klar? Ich denke, jedes Kind in der dritten Klasse weiß das schon, ganz einfach. Manchmal frage ich mich, warum sich moderne Menschen so schwertun, den heiligen Geist zu verstehen, den wir ja heute Pfingsten feiern.

Heiliger Geist ist ganz einfach eine Kraft von ganz oben, göttliche Energie. Damit kennen wir die Energiequelle: Die Energiequelle des Heiligen Geistes ist Gott. Genauer gesagt die innergöttliche Liebe. Wir glauben ja, dass Gott die Liebe ist. Und dass diese Liebe in Gott lebt. Sie lebt in Gott zwischen dem Vater und dem Sohn.

Diese Liebe setzt unglaublich viel positive Energie frei, sie strahlt aus. Wir kennen das ja schon wischen Menschen. Wo Menschen sich lieben, da strahlt diese Liebe aus und zieht zugleich an. Wie viel mehr Ausstrahlungskraft besitzt göttliche Liebe, wie viel mehr Anziehungskraft geht von ihr aus!

In seinen Abschiedsreden hat Jesus immer wieder davon geredet und uns eingeladen: „Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe.“

Zehn Tage nach seiner Himmelfahrt hat er den Geist, den er versprochen hat, vom Vater auch ausgesandt. Als erste haben ihn die Jünger zu spüren bekommen, am Pfingstfest um die dritte Stunde. Sie waren es schließlich auch, die inständig um den Geist gebetet und damit ganz offen waren für diese Kraft von oben.

Und wie der Heilige Geist dann gewirkt hat! Mit einem gewaltigen Brausen bringt er frischen Wind, sprengt die verschlossenen Türen auf und treibt die Jünger hinaus. Ja noch mehr: Wie in Feuerzungen kommt er auf jeden und jede von ihnen herab. Es hat buchstäblich gezündet. Und auf einmal waren sie alle Feuer und Flamme. Der Funke konnte, ja er musste überspringen! Vom diesem Pfingstereignis wird sich die Botschaft des Evangeliums ausgebreiten in allen Sprachen über alle Grenzen hinweg.

Pfingsten ist die „Initialzündung“ des Heiligen Geistes. Sie hat gewirkt, damals. Und die Kraft von oben, sie wirkt bis heute. Vorausgesetzt wir sind angeschlossen. Wir stehen mit diesem göttlichen Strom in Verbindung und stehen nicht auf der Leitung. Wo kein Draht, da kann nichts fließen… Aber wir sind angeschlossen seit unserer Taufe. Im Wasser und im Heiligen Geist wurden wir getauft. Und in der Firmung wurden wir durch denselben Geist gestärkt.

Wo der Geist in uns Menschen wirkt, da hat der Ungeist des Egoismus, der Zweitracht, des Neides keine Chance. Und auch der Zeitgeist nicht. Wo der Geist wirkt, da werden seine Früchte spürbar. Und die Früchte des Geistes sind: Liebe, Freude, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung.

Und was auch noch so gut ist: die Energie von oben ist immer erneuerbar. Wenn, ja wenn wir uns immer wieder neu begeistern lassen. Pfingsten ist dazu gemacht unseren geistigen Akku wieder aufzuladen. Darum wollen wir heute auch beten und bitten: „Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu!“

Amen

 

Fürbitten/ Lesung aus dem Brief an die Galater

Herr Jesus Christus,

du hast dein Wort gehalten. An Pfingsten hast du den Jüngern deinen Beistand gesandt. Auch wir dürfen uns immer wieder von Heiligem Geist erfüllen lassen, wenn wir offen sind für ihn. So bitten wir:

Wir bitten für die Politiker und alle, die in unserer Gesellschaft Verantwortung tragen und die Öffentliche Meinung bilden: Gib ihnen den Mut zur Wahrheit und Klarheit.

Sende aus deinen Geist und das Antlitz der Erde wird neu. 

Wir bitten für alle, die Dich verkünden: Lass ihn die zeitlose Botschaft des Glaubens in die Sprache übersetzen, die die Menschen heute verstehen.

Wir bitten für uns: lass uns immer wieder neu entdecken, welche Gaben des Geistes in uns wirksam sind, damit wir sie einsetzen Aufbau einer lebendigen Gemeinde.

Bitten wir in einer Zeit der Stille, um die Frucht des Geistes: Liebe – Freude -Friede – Langmut – Freundlichkeit – Güte – Treue – Sanftmut und Selbstbeherrschung.

Herr Jesus Christus! Sende aus deinen Geist und das Antlitz der Erde wird neu.

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