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Frohe Fastenzeit

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Frohe Fastenzeit
Was war zuerst? Das Huhn oder das Ei? Viele haben bis gestern noch ausgelassen Fasching gefeiert. Die Frage von Huhn und Ei stellt sich hier bestimmt nicht: Denn eines ist klar, was zuerst war. Nicht der Fasching, sondern die Fastenzeit. Fasching hat sich entwickelt aus der Fastnacht. Es war die Nacht vor dem großen Fasten. Und die hat man vorbereitet und nochmal so richtig zugeschlagen. Wie übrigens auch die fette Gans an Martini vor dem adventlichen Fasten verschmaust wurde. Fasching macht Sinn. Aber nur, wenn danach auch eine Fastenzeit folgt.

Und was war vor der Fastenzeit? Richtig: Ostern! Die Auferstehung Jesu ist der Urknall des Glaubens. Vergleichbar mit dem Urknall am Anfang der Schöpfung. Auf dieses Fest aller Feste hat man sich vorbereitet, wie man es am beste tut vor Festen: mit Fasten. Alles macht viel Sinn. Aber eben nur, wenn man alles zusammennimmt und erlebt.

Alles braucht seinen guten Grund. Aber haben den nicht viele Zeitgenossen mittlerweile aus dem Blick verloren? Gefeiert wird gefühlt doch irgendwo immer, fragt sich nur: warum? Irgendwie braucht jedes Fest seinen guten Grund. Das Fasten und der Fasching auch. Darum lieben wir ja auch das Kirchenjahr. Es läuft nicht alles so wie immer. Es gibt sog. geprägte Zeiten, die unser Leben aus dem Glauben prägen und so erst den rechten Geschmack am Leben geben.

Ich hoffe, wir sind alle gut vorbereitet auf das, was kommt: 40 Tage Fastenzeit. Die Sonntage zählen bekanntlich nicht dazu. Auch das macht Sinn. Wir feiern Ostern schließlich nach der Auferstehung Jesu Christi. Was zur Vorbereitung hilft, dazu legt uns Jesus höchstpersönlich heute drei Tipps ans Herz. Die sollten wir uns zu Herzen nehmen. Es lohnt sich!

Fasten
Fasten ist kein Selbstzweck. Es geht darum, dass sich meine Seele im Leib wohlfühlt. So wie man in der Wohnung einen Frühjahrsputz macht, sollte man auch in der Seele aufräumen. Sagen wir ausräumen. Was ist zu viel? Das kann was mit Essen zu tun haben. Mit Genussmitteln oder mit Medienkonsum. Einfach mal selber nachschauen. Und nicht alles auf einmal angehen. Ein Vorsatz reicht. Ziel: ich entsorge, was mir Sorgen macht, weil ich weiß: Das ist eindeutig zu viel.

Gebet
Beten ist Kontaktpflege mit Gott. So wie wir mit Mitmenschen, die uns wichtig sind, kommunizieren oder telefonieren, so brauchen wir auch einen guten Draht zu Gott. Je spontaner, desto besser. Vielleicht entdecken wir neue Gebetszeiten. Etwa Beten beim Autofahren, beim Bügeln und Einkaufen. Mal schauen, wie das Beten unser Arbeiten beeinflusst.

Almosen geben
Klingt etwas mitleidig. Aber wir sollten es froh tun. Und das gelingt am besten, wenn wir zunächst einmal nachdenken, was wir alles haben im Vergleich zu so vielen anderen. Und nachdanken. Diese Dankbarkeit lässt dann umso leichter teilen. Übrigens: Warum nicht Fasten und Almosen miteinander verbinden. In der Fastenzeit auf was verzichten und die eingesparten Euro dann einem guten Zweck zukommen lassen. Damit hat man zwei Fastenfliegen mit einer Klappe…

Eines sollte klar sein: so wie viele Menschen froh Fasching feiern, mindestens ebenso froh sollten wir die Fastenzeit begehen. Im Blick voraus, was kommt: Ostern! Ganz in diesem Sinne wünsche ich uns allen eine erwartungsfrohe Fastenzeit.

 

Fürbitten

Guter Gott, du schenkst uns die heiligen 40 Tage, um dir näher zu kommen. Höre auf unser Gebet:

Schenke uns einen nüchternen und klaren Blick für das, was wesentlich ist im Leben.

Hilf uns Vorsätze zu finden, die unserer Seele guttun und uns neue Spannkraft verleihen.

Mache uns immer wieder empfindsam für die Menschen, die mit uns leben.

Lass uns erwartungsfroh hineingehen in die Fastenzeit – Ostern entgegen.

Guter Gott,
Umkehr des Herzens ist Hinkehr zu Dir. Komm Du uns entgegen. Amen.

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