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Liebe Schwestern und Brüder!
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Liebe Schwestern und Brüder!

Liebe Brüder und Schwestern!
„Das Corona-Virus hat uns fest im Griff!“ Mit diesen Worten wurde auf der Homepage einer Stadtpfarrei einleitend begründet, warum unter anderem auch die Erstkommunion verschoben werden muss.

Als Ihr Pfarrer wende ich mich an Sie aus gegebenem Anlass. Nicht als Mediziner. Die wissenschaftliche Abschlussanalyse der derzeitigen Vorkommnisse steht auf einem anderen Blatt, das nach diesen Wochen noch sorgsam gelesen werden wird. Sondern als gläubiger Christ. Und als solcher halte ich viel dafür, dass uns ein Virus nie „in den Griff“ bekommen kann, solange wir uns in Gottes Hand wissen. Und das sind wir! Was sollten wir auch als Christen Menschen in Idlip erzählen, die seit Monaten mit ganz anderen Herausforderungen konfrontiert sind als wir hier in Biberbach. Gebe Gott, dass wir sie nicht vergessen….!

Aber, dass wir uns nicht falsch verstehen! Wir befinden uns gerade in anderen, ungewohnt anderen Zeiten, die unsere besondere Aufmerksamkeit verdienen. Es sind vor allem Zeiten, in denen wir uns als Christen nicht wegducken dürfen. Ganz im Gegenteil! Gerade jetzt sind wir als Christen doch gefordert, mit dem was wir haben: unserem Glauben. Allein aus Glauben wächst Vertrauen, das weiter reicht als unser menschliches Können und die nächste Prognose.

Wir leben in Biberbach. Und unser Herrgöttle hält es bei uns schon bald 500 Jahre aus. Er hielt seither immer die Augen offen. Und die Arme weit ausgebreitet. Was hat unser Herrgöttle nicht alles mit ausgehalten, durchgetragen mit denen, die gerade in unsicheren Zeiten zu ihm gekommen sind.

„Wer glaubt zittert nicht!“ (Hl. Johannes XXIII.). Diese Erfahrung haben schon viele vor uns gemacht. In ungleich schwereren Zeiten. Lasset uns also beten!
Und dann die Hände nicht in den Schoß legen. Sondern beherzt handeln. Das bedeutet in diesen Wochen vor allem: umsichtig sein. Achten wir auf Symptome, treffen wir vernünftig Vorsorge. Bieten wir unsere Hilfe überall dort an, wo Menschen in unserer Nachbarschaft auf Hilfe angewiesen sind. Beschränken wir uns auf das Wesentliche, das tut in der Fastenzeit ohnehin gut. Werden wir bescheidener. Halten wir den gebotenen Abstand, und wachsen wir gerade dadurch wieder fester zusammen: Indem alle auf alle schauen. Wie hat es ein Radioreporter kürzlich auf den Punkt gebracht: Leben wir doch jetzt das „WIR“ und nicht die Viren.

Und vor allem: beten wir! Denn auch wenn so vieles nicht mehr möglich ist: Beten geht immer. Wenn auch wenn viele Einrichtungen geschlossen haben, unsere Kirchen stehen weiterhin offen. Und auch wir als Ihre Seelsorger werden die Zeit, die wir nun mehr zur Verfügung haben, auch immer wieder in unserer Wallfahrtskirche verbringen. Kommen Sie gerne auf uns zu. Und rufen Sie uns an, wenn wir für Sie da sein können.

Auch die Gottesdienste werden selbstverständlich nicht gestrichen! Gerade jetzt brauchen wir die Feier der Heiligen Messe. Diese freilich werden wir bis auf weiteres ohne die Anwesenheit von Gläubigen feiern müssen. Aber seien Sie gewiss: wir sind mit ihnen verbunden. Verbinden wir uns gerade jetzt.

Die Heiligen Messen feiern wir zu den angegebenen Zeiten. Wir werden all der Verstorbenen besonders gedenken, deren Namen im Kirchenanzeiger zu finden sind. Während der Wandlung wird die große Glocke läuten. Wir sind also im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe Christi verbunden. Feiern sie also im Geiste mit. Und schauen Sie bewusst unter der oben angegebenen Internetadresse oder im Fernseh- und Hörfunkprogramm nach, wann Gottesdienstübertragungen stattfinden. Ein besonderer Hinweis sei hier auch auf Radio Horeb gemacht.

Und entdecken wir neu die verbindende Weise des Angelus Gebets. Dazu lädt uns jeden Tag am Morgen, Mittag und Abend das  Gebetläuten ein. Rufen wir die Hl. Corona an. Sie ist schließlich Schutzpatronin in Seuchengefahr.

Die weitreichenden Maßnahmen, die gegenwärtig ergriffen werden, sind dem Umstand geschuldet, dass wir einem Krankheitserreger gegenüberstehen, mit dem wir noch keine hinreichenden Erfahrungen gemacht haben, gegen den es noch keinen Impfschutz gibt und der v.a. gesundheitlich vorbelastete und ältere Menschen ernstlich gefährden kann. Vorsorge ist also ein Zeichen der Fürsorge und gegenseitigen Rücksichtnahme, die uns als Christen ohnehin verpflichtet.

Seien wir also miteinander und füreinander achtsam. Aber bewahren wir uns auch jene Gelassenheit, die uns der christliche Glaube ans Herz legt. Und die uns schon immer dazu befähigen wollte, in schwierigen Zeiten beherzt das  Richtige zu tun.

Behüt‘ uns, Gott!
Ihr Pfarrer Ulrich Lindl


Der Engel des Herrn
Der Engel des Herrn
brachte Maria die Botschaft.
– Und sie empfing vom Heiligen Geist.

Gegrüßet seist du, Maria …

Maria sprach:
Siehe, ich bin die Magd des Herrn.
– Mir geschehe nach deinem Wort.

Gegrüßet seist du, Maria …

Und das Wort ist Fleisch geworden.
– Und hat unter uns gewohnt.

Gegrüßet seist du, Maria …

Bitte für uns, heilige Gottesmutter.
Dass wir würdig werden
der Verheißungen Christi.

Lasset uns beten.

Allmächtiger Gott, gieße deine Gnade in unsere Herzen ein. Durch die Botschaft des Engels haben wir die Menschwerdung Christi, deines Sohnes, erkannt. Führe uns durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn. Amen.

Ehre sei dem Vater …

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