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Lebensweg – Weg des Lebens

Lebensweg – Weg des Lebens
Gedanken zum Fest des Hl. Jakobus maj.

Kaum ein Heiliger steht mehr für weite Wege als unser Pfarrpatron, der Heilige Jakobus. Bis an das Ende der damals bekannten Welt haben seine Füße den Apostel getragen. Ein echter Pilger! Und genauso wird er auch dargestellt in unserer Wallfahrtskirche: In Pilgerkleidung, gut behütet, mit Wanderstab. Sein eigentliches Erkennungszeichen aber ist eine Muschel. Und die ist sogar nach ihm benannt: die Jakobsmuschel. Viele Pilger, vor allem auch aus Osteuropa, kehren auf ihrem Weg nach Santiago in unserer Kirche ein und machen Rast.

Die Jakobs-Muschel sollten wir uns gut einprägen – aus einem dreifach Grund: Wer sich heute auf den Jakobsweg macht, wird immer auch auf Muschelsuche sein. Viele Wegweiser findet man, sie geben die richtige Richtung an. Dabei ist es wichtig, die Muschel auf den Wegweisern genau in den Blick zu nehmen: ihr spitzes Ende weist den weiteren Weg. Die Muschel läuft auf das Ziel hin zu…

Dann aber bewährte sich die Muschel auch unterwegs. In einer Zeit, als man noch nicht überall an Raststätten vorbeikam und von McDonalds´s und Co auch längst keine Rede war, diente die Muschel als Trinkgefäß. Hatte man eine Quelle auf dem Weg gefunden, dann konnte ein Pilger mit der Muschel das kühle Nass schöpfen.

Aber auch für das Ziel steht die Muschel. Sie galt als Beweis dafür, dass man es geschafft hat. Schau her, ich bin am Ende auch angekommen, an der Küste des Atlantiks, dem Ende der damals bekannten Welt. Eben dort, wo sich die Muscheln auch finden lassen.

Der Pilgerweg nach Santiago ist bis heute eine spirituelle Traumreise des Lebens. Sie verbindet den Weg mit dem Ziel. Und beides ist wichtig. Der Weg und das Ziel.

Wer sich auf den Jakobsweg macht, trifft unterwegs die ganze Welt. Und stimmt es nicht: wir Menschen sind doch alle irgendwie auf dem Weg des Lebens. Dass wir es auch miteinander sind, spürt man auf dem Jakobsweg ganz besonders. Immer wieder ergeben sich ganz erstaunliche Gespräche von Mensch zu Mensch. Oder sollten wir lieber sagen: von Pilger zu Pilger?

Ja, der Weg ist ein gültiges Bild für den Lauf unseres Lebens. Gehen wir den Weg bewusst, damit unser Leben nicht einfach so vergeht. Denn ein Weg ist mein Weg – und ein Weg ist dein Weg. Der Hl. Jakobus lädt uns ein, klare Ziele zu setzen, die wir erreichen wollen, weil sich dafür zu leben lohnt. Was sind echte Lebensziele für mich?

Das Leben ist dabei kein „Selbstläufer“. Immer wieder gilt es nachzuschauen, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Es gibt ja auch im Lauf des Lebens immer wieder Abzweigungen, Umwege und auch Sackgassen, aus denen wir wieder herausfinden müssen.

Was sind solche Wegweiser, die ich befragen kann?
Ich denke, Jesus hat uns noch immer gut weiterhelfen können. Er sagt ja von sich: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!“ Und Hand aufs Herz: waren wir jemals schlecht beraten, wenn wir uns von ihm leiten lassen?

Suchen wir auch immer wieder den Austausch mit anderen Menschen und ihren Erfahrungen, die sie im Leben gemacht haben. Lebenserfahrungen sind immer hilfreich. So wie sich Jakobspilger unterwegs dafür Zeit nehmen, mit anderen ins Gespräch zu kommen, so hilft es auch uns allen, wenn wir auf den Lebensweg anderer schauen und von ihnen lernen, worum es im Leben geht. Vor allem dann, wenn sie schon weiter sind als wir.

Und die Quellen…. Sie sind so wichtig! Kraftquellen im Leben, an denen wir immer wieder anhalten, uns ausruhen und neue Lebenskraft tanken, damit wir nicht auf der Strecke bleiben. Was tut mir ganz persönlich gut?

Wenn wir den Weg unseres Lebens beherzt und zielgerichtet gehen, kommen wir an. Dann sind wir nicht bloß am Ende. Das Schöne ist und bleibt ja, dass sich am Ende unser Lebensweg vollendet, sich schließt zu einem Lebenskreis.
So wichtig der Weg des Lebens ist: am wichtigsten bleibt doch, dass wir heil ankommen. Nicht der Weg ist schon das Ziel. Sondern das Ziel bestimmt unseren Weg.

Damit wir am Ende ankommen bei dem, von dem wir ausgegangen sind. Lassen wir uns dabei vom Heiligen Jakobus, unserem Pfarrpatron, gerne begleiten. Er weiß, wie´s geht…!

 

Fürbitten
Guter Gott, wir sind nicht aus Zufall auf dieser Welt. Du hast uns das Leben anvertraut, und Du willst uns unterwegs auch gut begleiten.

  • Wir beten für alle Kinder, die ihr ganzes Leben noch vor sich haben. Schenke ihnen Menschen, die ihnen helfen, ihren Lebensweg zu finden.
  • Wir beten für alle, die sich im Laufe ihres Lebens immer wieder verrennen. Lass sie aufmerksam werden für Ziele, die im Leben lohnen und es weiterbringen.
  • Wir beten für alle, die innerlich ausgebrannt sind, weil sie den Anforderungen des Lebens nicht mehr gewachsen sind. Lass sie Quellen finden, die von Neuem innere Kraft und Lebensfreude schenken.
  • Wir beten für alle, die spüren, dass ihr Leben langsam zu Ende geht. Schenke ihnen die vertrauensvolle Zuversicht, dass das Leben sich am Ende bei Dir vollendet

Guter Gott, in Deine Hände sei Anfang und Ende gelegt. Amen.

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