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„Mein Gott, wie schön ist. Deine Welt!“

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„Mein Gott, wie schön ist. Deine Welt!“
Gedanken bei der Bergmesse auf dem Buchenberg

Eigentlich müsste ich an dieser Stelle nichts mehr sagen. Die Predigt haben wir schon mitbekommen. Beim Aufstieg oder der Auffahrt. In traumhaften Ausblicken und wunderbare Eindrücken voller Schönheit der Natur. Und jetzt erheben wir unsere Augen zum Himmel. Dem sind wir hier oben auf dem Berg spürbar näher. Mir fällt dazu nur ein Gedanke ein: „Gott, wie schön ist Deine Welt.“ Ein Gedicht, das Franz Schubert vertont hat. Damit haben wir nicht nur eine Predigt vernommen, sondern auch ein Glaubensbekenntnis abgelegt.
Die Welt, in der wir leben, kommt nicht von ungefähr. Und sie ist auch nicht die blinde Reaktion auf einen Knall. Die Folgen eines Knalls, auch wenn es ein „Urknall“ gewesen sein sollte, schauen anders aus. Ein Knall ist nicht schöpferisch. Und, wie die Bibel berichtet: die Erde war am Anfang wüst und leer. Was wir aber heute erleben, ist ein Stück wunderbarer Schöpfung. Ein Meisterwerk an Farben, Formen und Harmonie.
Hier oben kommen wir der Schöpfung und auch unserem Schöpfer nahe. Wir sind dem Himmel näher. Viele erleben ihren Glauben ja vor allem auch in der Schöpfung. Das liegt  nahe und hilft im Glauben wirklich weiter. Vor einem Meisterwerk in der Alten Pinakothek staunt man ja nicht nur über das Meisterwerk, sondern auch über den Meister, der das Bild geschaffen hat. In der Schöpfung geht es uns allen wohl ähnlich…
Und in den Psalmen, dem Gotteslob des Alten Testamentes, erreichen uns ja auch Worte des Lobes und des Dankes, die all das würdigen. Wie etwa diese: „Herr, unser Gott! Wie wunderbar ist auf der ganzen Erde dein Name! Deine Herrlichkeit hast Du ausgebreitet über die Himmel. Ich schaue den Himmel, das Werk deiner Finger, den Mond und die Sterne, die du geschaffen. Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst! Des Menschen Sohn, dass du Sorge trägst um ihn! Du hast ihn nur wenig unter die Engel gestellt, hast ihn gekrönt mit Ehre und Herrlichkeit. Du hast ihm Macht gegeben über das Werk deiner Hände, alles hast du ihm zu Füßen gelegt. Herr, unser Gott! Wie wunderbar ist auf der ganzen Erde dein Name! (Ps 8,2.4-7.10)

Was heißt schon „Umwelt“?
Nur, wer spricht heute noch von Schöpfung, wer von einem Schöpfergott? Dagegen ist allenthalben nur von „Umwelt“ die Rede. Das Wort ist nicht falsch, aber sagt doch viel zu wenig. Vor allem konzentriert sich das Wort allein auf den Menschen. Es ist die Umwelt des Menschen, die es zu schützen gilt. Aber was sagen dazu eigentlich die Bienen? Für sie ist doch der Mensch die Umwelt. Und wie sieht die Umwelt aus der Sicht der Blaukehlchen aus, die sich in unseren Hecken nicht mehr verstecken?
Umwelt ist wieder einmal Ausdruck einer Selbstvermessenheit des Menschen und seiner Gottvergessenheit. Wir „haben“ keine Umwelt, wir sind vielmehr Teil der Schöpfung, wie die Bienen und die Blaukehlchen eben auch.
Das macht uns Menschen hoffentlich bescheidener und dann auch rücksichtsvoller im Umgang mit all den Geschöpfen, mit denen wir die Schöpfung teilen. Der Begriff „Umwelt“ lässt auch ganz außer Acht, wer das alles gemacht hat. Und wem die Welt eigentlich gehört: Gott. Und wem er sie anvertraut hat: uns Menschen. Wir sollen treuhänderisch damit umgehen. Gott hat uns in die Mitverantwortung genommen, damit wir die Schöpfung bewahren und in seinem Sinne betreuen.

Wir glauben an den Schöpfer
Wir Christen sollten wieder klarer den christlichen Wortschatz gebrauchen. Wir glauben an Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde.  Wir müssen nicht an den Klimawandel glauben. Der ist eine Tatsache, Fakt. So wie sich das Klima in der Erdgeschichte schon oft gewandelt hat. Die letzte Eiszeit ist so lange nicht her. Sie hat uns diese wunderbare Landschaft hinterlassen. Und das ganz ohne Mittun des Menschen. Das Eis ist jedenfalls geschmolzen.
Aber heute müssen wir was tun. Die Folgen unseres Tun und Lassens aufarbeiten. Denn viele Leiden der Schöpfung sind menschengemacht. Und wir werden was tun, weil wir nicht an das Klima glauben, sondern an Gott. Ihm allein sind wir als Christen letztlich verantwortlich. Und wenn wir das wirklich beherzigen, werden wir auch handeln. Ganz im Sinne Gottes.
Freilich werden wir alle die Welt am Ende nicht retten, nicht die Umwelt, nicht das Klima und die Menschheit auch nicht. Die Welt, in der wir leben, ist natürlich dem Untergang geweiht. Auch das ist Fakt. Und gerettet sind wir schon, von Jesus Christus. Und überhaupt! Der Mensch wird ohne Gott gar nichts retten, sondern nur mit ihm gewinnen und am Ende diese Welt überleben können.
Konkret heißt das: machen wir mit Gott gemeinsame Sache. Das aber gelingt nur, wenn wir uns wirklich Mühe geben, die Gedanken Gottes zu verstehen. Uns einmal darauf einlassen, wie Gott tickt. Und versuchen wir dann ganz einfach, mit Gott mitzuticken. Dann stehen die Uhren nicht mehr 5 vor 12. Die Uhren Gottes gehen ohnehin anders. Nicht nur in Sachen Klima und Umweltschutz. Es geht um viel mehr als eine Klimawende. Es geht immer um eine Lebenswende des Menschen hin zu Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde.

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