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Mein Wille sei Dein Wille

Mein Wille sei Dein Wille

„Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.“ Da ist viel Wahres dran. Ähnlich sagt man ja auch: „Der Mensch ist seines Glückes Schmied.“

Das wirft die Frage auf: Wenn des Menschen Wille sein Himmelreich ist… was will ich eigentlich? Und wenn der Mensch seines Glückes Schmied ist…, was macht mich eigentlich glücklich? Entscheidend ist dabei das Wort „eigentlich“. Reden wir also nicht über ein Stück Schokolade oder den Sieg meines Fußballclubs am ersten Spieltag der neuen Saison. Es geht um mehr! Was ist eigentlich mein Lebensglück? Das Glück, das ich in meinem Leben schmieden will? Und jeder Schmied weiß, das verlangt Entschlossenheit. Das kostet Kraft!

Jesus wusste, was er wollte. Und er macht kein Hehl daraus. Er wusste, was er wollte. Und diesem Willen musste er folgen. Er wird, ja er muss nach Jerusalem hinaufgehen und gekreuzigt werden.

Warum aber wollte er das nur? So etwas kann man doch nicht wollen, so etwas macht doch eigentlich nicht glücklich!

Und auch Petrus weiß, was er will: er will diesen Willen Jesu verhindern. Mit aller Kraft. Dazu ruft er auch noch Gott zu Hilfe: „Das darf nicht mit dir geschehen. Das soll Gott verhüten!“

Aber genau hier ist der entscheidende Punkt: Jesus hat seinen Willen ganz und gar festgemacht am Willen Gottes. Die Willensbildung Jesus orientiert sich an Gott, der sein Vater ist. Am Ölberg werden wir miterleben, dass Jesus nicht sterben wollte, weil er es wollte. „Wenn es möglich ist, soll der Kelch an mir vorübergehen. Aber dein Wille geschehe!“ Jesus willigt am Ende ein, weil Gott es so wollte. Und am Ende wollten es beide!

Und auch Petrus wird im Garten Gethsemane seinen Willen noch einmal unter Beweis stellen. Er wirft sich für Jesus in die Bresche. Entschlossen zieht er sein Schwert und will Jesus retten. Aber auch da weist ihn Jesus zurecht. Und er sagt auch warum: „Du hast nicht das im Sinn, was Gott will.“ Darauf kommt es also immer an bei Jesus: dass der Wille Gottes geschieht.

Und was will Gott? Natürlich will Gott, dass unser Leben am Ende glückt. Aber der Schlüssel zum Glück ist damit noch nicht ausgemacht. Gottes Wege sind nicht immer unsere Wege. Und doch geht es darum, dass wir mit ihm auf dem Weg sind und bleiben. Was wäre geworden, wenn Jesus dem Willen des Petrus gefolgt wäre, und nicht dem Willen seines Vaters?

Das Projekt Tod und Auferstehung ist zum Glück für uns alle geglückt. Weil Jesus den Willen des Vaters erfüllen wollte und darum auch erfüllen konnte. Er hat alles gegeben und am Ende alles gewonnen. „Wer mein sein Leben verliert, der wird es gewinnen…“ Er hat es getan.

Nur deshalb hat Jesus auch die moralische Berechtigung von den Seinen zu fordern: „Wer mein Jünger sein will, der nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ Das ist zunächst gewiss eine Herausforderung aber noch mehr seine Verheißung.

Will ich das auch? Gewiss wird es bei uns nicht zu einer Frage um Leben und Tod. Entscheidend ist und bleibt aber, dass wir uns mit Gott abstimmen, dass er mitbestimmen kann in unserem Tun und Lassen. Und dass wir im Zweifelsfall so frei sind, dem Willen Gottes den Vortritt zu lassen. „Dein Wille geschehe.“ Wie oft haben wir das schon gebetet. Und wenn das geschehen ist, hat es uns jemals geschadet?

Es lohnt sich, immer wieder zu fragen: „Gott, was willst Du?“ Und wenn ich was will, ihn zu fragen: „Gott, willst Du das auch?“ Wenn sein Wille auch mein Wille ist, kann es am Ende nur gut sein und gut gehen. Und noch eins: Wenn mein Wille auch sein Wille ist, dann ziehe ich mit meinem Gott am selben Strang. Das setzt ungeahnte Kräfte frei. Genau das hat Jesus dann auch gespürt bis zu seinem letzten Atemzug: „Es ist vollbracht!“

Fürbitten

Guter Gott, weil wir Dich Vater nennen dürfen, dürfen wir auch davon ausgehen, dass Du am besten weißt, was gut für uns ist. Darum bitten wir Dich:

Um die Bereitschaft unseren Willen mit Deinem immer wieder abzugleichen.

Um Dankbarkeit für alles, was wir gemeinsam mit Dir zusammen bislang erreicht haben.

Um den Vorschuss an Vertrauen, damit wir Deinen Willen geschehen lassen, auch wenn wir ihn vielleicht noch nicht verstehen.

Um Rücksichtnahme auf das, was andere wollen.

Guter Gott, des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Und in den Himmel wollen wir doch alle. Bitte hilf uns auf dem Weg dorthin. Amen.

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